Aufsetzen eines Computers: Partitionieren und Sicherungen

Partitionierung - was ist das und wofür?

Wie schon früh in der Meschheitsgeschichte festgestellt wurde, hilft oftmals ein divide et impera, also ein Teilen und Herrschen. Auch wenn das Unterwerfen und beherrschen eines Computers mit weniger blutigen Methoden vollbracht wird, hilft der Ansatz oftmals weiter - und nicht nur bei Sortieralgorihtmen.

Eine Partitionierung, d.h. eine Aufteilung einer (physikalischen) Festplatte in einzelne Stücke, die sogenannten Partitionen, ist oft sehr hilfreich. Die einzelnen Partitionen werden von Betriebssystemen wie eigene Festplatten behandelt, d.h. mit eigenem Laufwerksbuchstaben bzw. -kennung. Für den Benutzer eines Computers ist es daher nicht immer leicht zu erkennen, ob sein Computer nur eine physikalische Festplatte besitzt die entsprechend partitioniert ist, oder mehrere physikalische Festplatten besitzt. Der einfachste Weg dieses zu ermitteln liegt darin beim Starten des Computers ins sogenannte BIOS zu wechseln und dort die Angaben über die tatsächlich vorhandenen Festplatten abzulesen. Aber Vorsicht: Wenn etwas im BIOS ohne Sachkenntnisse verstellt wird, kann dies zu erheblichen Störungen im Betrieb des Computersystems führen - bis hin zu Datenverlusten.

Die Vorteile der Partitionierung sind oft nur auf dem zweiten Blick zu erkennen:

Vorschlag einer Partitionierung

Eine Aufteilung einer Festplatte sollte gut überlegt sein, da diese anschließend nur mit Spezialprogrammen, mit einem gewissen Risiko des Datenverlustes und einem u.U. erheblichen Zeitaufwand zu korrigieren ist. Zudem führt eine übertriebene Aufteilung schnell zu Engpässen beim Speicherplatz. Üblich ist die folgende Aufteilung:

Überlegenswert sind natürlich weitere Partitionen wie z.B. für Musik, Bilder usw. Aber hier zeigt die Praxis oft, daß der Vorteil der Partition, nämlich ein eigenes Laufwerk für spezielle Daten zu haben, schnell in einen Nachteil umschlägt, wenn die Partition doch schneller voll wird als erwartet.

Die Größe der jeweiligen Partition hängt von vielen Faktoren ab: Betriebsystem, Datenmenge, Festplattengröße, Anzahl der installierten Programme usw.. Am einfachsten (für den reinen Benutzer) ist die Datenmenge abzuschätzen. Hier ein Leitfaden zur Ermittlung der Partitionsgröße für die Daten:

Das heißt auf einer Datenpartition von einem GigaByte lassen sich ca. 5.000 Dokumente oder 500 Bilder oder 150 Lieder unterbringen. Die nun folgende Liste der Partitionsgrößen kann nur eine sehr grobe Schätzung der Minimalgrößen sein:

Ist die Festplatte recht groß, kann auch großzügiger mit dem Platz umgegangen werden. So ist eine Programmpartition von ca. 10 bis 15 GB für die meisten Anforderungen völlig ausreichend (auch für ein gewisses Maß an Spielen). Die Backuppartition sollte daher mindestens 10 GB für das Image umfassen. Der Rest kann dann - üblich im Verhältnis 2:1 an Daten- und Backuppartition verteilt werden.

Beispiel:
Eine 80 GB große Festplatte mit Windows XP, wenig Spielen und mittelmäßiger Nutzung von Bildern, könnte wie folgt "zerlegt" werden: 15 GB für die Programmpartition, 40 GB für die Datenpartition, 25 GB für die Backuppartition.

Praxistipp:
Da die Sicherung von Bildern, die selten im Einsatz sind (Urlaubsbilder von den letzten Jahren, abgeschlossene Projekte), recht aufwendig ist im Sinne von Zeit- und Platzbedarf, macht es häufig Sinn, diese auf CD oder DVD zu brennen.

Partionierung einfach gemacht

Viele moderne Betriebssysteme bieten bei der Installation eine Möglichkeit der Partitionierung der Festplatte an. Manche unterstützen sogar anschließend das Löschen und Neuanlegen von Partitionen - allerdings mit Einschränkungen. Schwierig wird es hingegen bei einem bestehenden System eine nachträgliche Partitionierung (auch der Programmpartition) vorzunehmen. Hierzu gibt es eine Reihe von Spezialprogrammen die diesen komplizierten Vorgang dennoch durchführen können (Liste ist ohne Anspruch auf Vollständigkeit oder Qualität):

Auch wenn diese Programme wunderbar leicht die Aufteilung der Festplatten druchführen, sollte der Warnhinweis der Programmhersteller nicht ingoriert werden: Zuvor immer (!) eine Datensicherung durchführen.

Sicherung der Programmpartition

Oft fragen sich die Leute, warum denn die Programme, die auf der Festplatte aufgespielt sind, gesichert werden müssen, da diese doch noch auf CD oder DVD vorliegen. Wer allerdings einmal sein bestehendes System neu aufpielen mußte - inklusiver aller persönlichen Einstellungen - weiß eine solche Sicherung zu schätzen (für das letzte Mal brauchte ich ca. 5 Stunden).

Die eleganteste Methode der Sicherung der Programmpartition ist das Anlegen eines sogenannten Images, d.h. einer Spiegelung aller Dateien der Partition in (in der Regel) eine Datei. Es gibt zwar auch andere Methoden, wie z.B. einfaches Kopieren aller Dateien oder das Überwachen der Installationen mittels sogegannter "De-Installationsprogrammen", aber diese scheitern oft. Das einfache Kopieren funktioniert im laufenden System meist nicht, da das Betriebssystem manche Dateien vor dem Zugriff sperrt, und andere Dateien auch nicht ohne weiteres anzeigt. Und De-Installationsprogramme funktionieren - laut verschiedener Tests - auch nur sehr sehr selten genau.

Das Anlegen eines Images mit z.B. Norton Drive Image erfordert zwar ein wenig Zeit - insbesondere wenn das Image sehr stark komprimiert werden soll (Platzersparnis). Je nach Größe des Betriebssystems und der Programme bis zu 3 Stunden. Im Ernstfalle dauert allerdings das Zurückspielen in der Regel nur wenige Minuten - und schon hat man ein funktionierendes System wieder.

Nicht immer ist es ein Virus, ein Wurm oder versehentliches Löschen von Programmdateien welches zum Zurückspielen des Images führt. Gerade bei Windows wird das System in der Regel auf die Dauer instabiler - wogegen ein erneutes Zurückspielen hilft. Aber auch bei einem Festplattenschaden, kann in der Regel das Image auf die neue Festplatte gespielt werden (sofern das Image zuvor auf einer CD oder DVD gesichert wurde).

Tipps

Sicherung der Daten

Wenn man schon dabei ist, den Computer gut einzurichten, dann sollte natürlich eine Datensicherung nicht fehlen. Am einfachsten und am sichersten ist eine automatisierte Datensicherung beim Start des Computers. Hierzu läßt sich der Taskplaner gebrauchen in Verbindung mit z.B. Archivierungsprogrammen wie WinRAR. Ansonsten gibt es eine Menge von mehr oder weniger teuren Programmen, die diese Aufgaben erfüllen.

Die Datensicherung sollte im Idealfall auf einen Datenträger "außerhalb" des Computers erfolgen, wie einem externen ZIP-Laufwerk, einer externen Festplatte, einer CD oder DVD. Nicht ganz so sicher (vor Gehäuseschäden) ist die Sicherung auf eine zweite eingebaute (d.h. physikalische) Festplatte. Zur Not geht aber auch eine Sicherung in eine andere Partition.

© 02/2006 · Dirk Weikard